FAZ mit Bildern ist wie Daimler ohne Benz
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat ihr Layout verändert und setzt mehr Fotos ein. Der Wechsel irritiert die Liebhaber des alten Erscheinungsbildes der Zeitung und führt zu erheblichem Unmut in der traditionsbewussten Leserschaft, was im Leserforum der F.A.Z. nachgelesen werden kann. Ein Teil der Debatte ist der deutlich gestiegenen Rolle des Bildes gewidmet. Hier kommt es - vielleicht zum ersten Mal in der Pressegeschichte - zu einer breiteren öffentlichen Diskussion über die Bedeutung des Pressebildes, seinen Informationsgehalt und seine Alleinstellungsmerkmale. Seit letzten Freitag wird die Bildauswahl der Zeitung von einer breiteren Gruppe von Lesern kritisch beäugt, evaluiert und kritisiert. Nachfolgend einige bildbezogene (vom Zitatrecht gedeckte...) Ausschnitte aus der Diskussion, der zu folgen sich lohnt. Erste Reaktionen in den Medienredaktionen deutscher Blätter hat dagegen Ole Reißmann unter medienlese.com aufgelistet.
Fangen wir erst einmal mit dem Positiven an (Grundsatz Nr. 1 im Journalismus: Alles positiv sehen):
"Die FAZ insbesondere "lesefreundlicher", dazu "zeitgemäßer" (moderner, mehr Bilder/Graphiken usw.) zu gestalten, war überfällig."
Der Sommelier und die Weinflaschen in der Erstausgabe der Bilder-FAZ kamen freilich nicht gut an:
"Sie beziehen sich auf die hervorragenden Fotografen Ihrer Zeitung, zitieren Brecht ("AEG-Gebäude") und illustrieren die Erstausgabe mit einem belanglosen Agenturfoto des koreanischen Gipfeltreffens! Es sagt nichts, das nicht bereits im Text steht und weckt Vorahnungen dessen, was uns noch bevorsteht. Schon in meinem Lokalblatt muss ich ständig diese "Gute-Laune-Fotos" ertragen."
Nicht nur die F.A.Z., sondern die gesamte deutsche Literatur sollte mit mehr Bildern versehen werden (und bitte nicht nur alltäglichen Agentur-Fotos), scheint ein Leser zu fordern:
"Das heutige Titelbild, mit dem von mir hochgeschätzten Walter Kempowski war im Gegensatz zu dem Photo mit den beiden Koreanern angebracht - nur suche ich jetzt dringend einen Verlag, der dessen Werke in illustrierten Ausgaben bringt...Entgegen den Beteuerungen von W. D'Inka sinkt mit dem alltäglichen Bild das Niveau der Zeitung. Es fehlt schließlich an Inhalt und ein beliebiges Agenturbild kann diesen nie ersetzen."
Fotos haben nichts mit Information zu tun:
"Ich hatte mit den Textwüsten nie meine Schwierigkeiten. Dafür sehe ich nicht, welchen Informationsgewinn ein riesiges Foto liefert."
Bilder machen verwechselbar - am Bahnhofskiosk:
"Bisher hat das Titelgesicht der FAZ eine "andere" Zeitung verkörpert und dies mit Stil und Eigenart, Qualität und Originalität. Vieles wird sich nicht ändern, doch im Bildersumpf der Bahnhofsauslagen wird leider oberflächlich sich ein Bild dem anderen gleichen, ohne eine einzige lesenswerte Alternative."
Bilder sind was für Illus & Co, meint ein anderer Leser:
"Wie kann man so etwas auf anspruchvoller Ebene verpacken? Mit Bildern? Ja, AUCH! Aber es bleibt hauptsächliches Mittel von Illustrierten, Fernsehen, Internet, Boulevardzeitungen oder eben den Zeitungen, die die FAZ immer überragte,
auch deshalb, weil sie nicht wie die Süddeutsche irgendein Foto auf der ersten Seite abdruckt, um auf sich aufmerksam zu machen,"
Bilder haben nichts mit Nachrichten zu tun:
"Die schlimmste Veränderung ist das Bild auf der ersten Seite an der Stelle, wo eigentlich die wichtigste Nachricht des Tages stehen sollte. Das Bild bringt keine neuen Informationen, das Fernsehen hat es schon gezeigt."
Bilderfeindlichkeit ist intellektuell begründbar:
"Bilderfeindlichkeit ist in der Tat weder neu noch unbegründet ... Worte sind intellektuell, da in der Diskussion mit Worten eine Meinung auf der anderen Aufbauen kann. Dagegen liefern Bilder nur fertige Ergebnisse, die bestenfalls das Entscheidende einer Situation verdichten und anschaulich machen. Sie liefern dabei schnellere Information, aber auf Kosten einer Scheinobjektivität. Es hätte der FAZ gut getan, auf das Bild auf der ersten Seite zu verzichten - und wenn schon, dann auch wirklich Barbara Klemm und keine Agenturbilder!"
Es wird alles immer schlimmer:
"Die Berliner Seiten gibt es nicht mehr, die traditionelle Rechtschreibung wurde aufgegeben, Farbe und scheußliche Fotos "zieren" jetzt die Titelseite."
Nur noch reißerisch, die FAZ:
"Es war ein Stück Identität, daß man eine Zeitung nicht am Kiosk erwirbt, weil sie das reißerischste Bild auf der Titelseite hat. ... Seit heute ist die FAZ nur noch eine von vielen Tageszeitungen, die von der ersten Seite an bunt bemalt ist."
Mehr Klemm und weniger AFP wird gefordert:
"Ja, Herr D'Inka, das ist es, was wir kritisieren: Sie führen Barbara Klemm ins Feld und drucken ein Bild von AFP! Dieses Bild auf dem heutigen Titel hat nie und nimmer die Qualität eines Bildes von Barbara Klemm - im Zentrum steht ein Oberkellner! Und es hat einen geringeren Informationswert als der frühere Aufmacher. Wir haben damit einen Artikel weniger auf Seite 1!
Wenn es an jedem Tag ein richtig gutes Bild gäbe, welches das zentrale Geschehen des Tags voll und ganz ausdrückte, dann wäre ich einverstanden. Aber die komplexen Vorgänge auf unserer Welt sind nicht immer mit einem Bild zu erfassen. Das Abbild des Äußeren gibt eben nur in günstigen Momenten, die eine Barbara Klemm erspürt hat, Ausdruck von der tiefen Verschlungenheit der Hintergründe.
Was sagt z. B. das Bild der koreanischen Führer vor den Weingläsern über den aktuellen Zustand und die Problematik der beiden koreanischen Staaten aus? Wo ist das Bild von gestern, das die Qualität hätte, um auf dem Titel der heutigen FAZ zu erscheinen?"
Bilder haben nichts mit gutem Journalismus zu tun:
"Intelligente Leser brauchen keine Bilder sondern guten Journalismus. ... überlassen Sie die Bilder der Bild(er)zeitung."
Nur deutsche Lokalzeitungen sollen Agenturfotos verwenden:
"Auf das Foto aus der Titelseite kann ich getrost verzichten - erst recht, wenn es von einer Nachrichtenagentur kommt, derer sich jede deutsche Lokalzeitung bedienen kann. Bitte künftig Fotos auch weiterhin nur zu besonderen Ereignissen auf Seite 1!"
Farbbilder machen dumm:
"Abgesehen vom ästhetischen Wert von Schwarz-Weiß-Bildern lenken Farbbilder bei der Lektüre ab und führen zu Einbußen bei dem wahrgenommenen (!) Niveau an Seriosität einer Zeitung. "
Bilder sind keine Information (II):
"Das typische Erkennungsmerkmal - für mich - ist weg, nämlich kein Bild auf der Titelseite. Wer braucht das? Wenn ich morgens in der Bahn sitze, dann will ich Infos auf der Titelseite (umblättern schlecht möglich) und kein Bildchen."
Koreanischer Wein, komm, schenk ihn mir nicht ein:
"Das Photo auf der Titelseite hätte man auch durch den berühmten Sack Reis in China ersetzen können."
Bilder sind die Animierdamen vom Boulevard:
"Aber was ich für überflüssig halte, sind die vielen Fotos und vor allem das Titelbild. Brauche ich Bilder um zum Lesen animiert zu werden, sollte ich mir die BILD ins Haus holen."
Bilder am besten irgendwo ganz unten:
"Das neue Layout an sich ist nicht schlecht, aber an Stelle des wichtigsten Leitartikels auf Seite 1 ein (dazu noch so unattraktives) Photo zu setzen zerstört den guten Eindruck. Die obere Hälfte von S1 ist das erste, was ich sehe - und da will ich Informationen haben. Bilder bitte im unteren Bereich."
Von der FAZ liest man doch sowieso nur die Überschriften, Bilder stören da nur:
"Ich gehöre selbst zu den Lesern mit wenig Zeit, und an manchen Tagen schaffe ich es tatsächlich nur, die Überschriften der ersten Seite zu lesen. Durch das Bild ist es nun aber eine weniger, und das Bild selbst informiert nicht gerade über die wichtigsten Ereignisse, wie mir scheint..."
Artikel bitte wieder länger, keine Bilder:
"Schlimmer als diese grottenschlechte graphische Gestaltung ist die Tatsache, daß Artikel gekürzt und mit überflüssigen Bildern aufgepeppt werden."
Bitte, lieber Zeitungsausträger, bring der Barbara Klemm keine FAZ mehr:
"Ich hoffe, dass Barbara Klemm heute keine Faz in Händen hat halten müssen. Dass ihr Name unweit einem wirklich aberwitzig überflüssigen Foto stehen muss, ist schmerzhaft."
Endlich auch einmal positiv, wenn nicht nur die Bilder wären:
"Die neue Gestaltung ist gelungen. Mich stört aber, dass das neue Bild auf Kosten des Nachrichtenteils gesetzt wurde."
Bilder haben keine wirklich guten Informationen (III):
"Wirklich gute Informationen kommen nicht mit Bildern."
Mit dem Bild kam die RTL-isierung:
"Am schlimmsten ist das große, deplaziert wirkende und völlig aussagelose Foto auf der Titelseite. Es scheint, als würde eines der letzten Bollwerke der RTL-isierung bröckeln."
Bilder sind kein Inhalt:
"Wenn eine Zeitung durch Inhalt und kluge Beiträge besticht, braucht sie meiner Meinung nach keinen "eye-catcher", also ein Foto auf der Titelseite."
Mal positiv - Bilder können Leser binden:
"Ein Titelbild wird die Zeitung nicht qualitativ Mindern, sondern evtl. neue Leser binden."
Eine freiheitliche Presse braucht keine Bilder:
"Wir haben in Deutschland genügend oberflächliche Zeitungen mit netten Bildchen. Wenn ich etwas gucken will, kaufe ich jene. Ich möchte aber gerne gute Berichte und Aufsätze lesen. Ich möchte eine freiheitliche Presse. Dazu brauche ich keine Bilder."
Noch mal positiv - Farbbilder tun nicht weh:
"Warum das richtige Bild (oh Gott, auch noch in Farbe!) der Nachricht Abbruch tun sollte, verstehe ich nicht. Es wäre so, als wollte man das Fernsehen wegen seiner Bilderschwemme verteufeln und einzig das Radio als Medium anerkennen."
Erneut positiv - Auflockerung:
"Meiner Meinung nach kann man die FAZ nach der Änderung nicht als "Bilderbuch" bezeichnen, wie es hier geschehen ist. Natürlich ist das farbige Bild auf dem Titelblatt ungewohnt, auch die anderen Veränderungen fallen ins Auge, aber ich finde tatsächlich, dass die Zeitung dadurch aufgelockert wird."
Fotografen und Fälscher instrumentalisieren mit Bildern:
"Wozu brauche ich Bilder? damit werde ich doch schon tagtäglich nonstop überflutet, mal ganz davon abgesehen, dass Bilder auch instrumentalisierbar sind und eben nicht die Wirklichkeit abbilden, sondern das was der Fotograph oder Fälscher zeigen möchte."
Bilder guckt man in BILD:
"Wer Bilder gucken will, der GUCKT Bild. Und LIEST nicht die FAZ."
Bilder sind etwas fürs Kinderzimmer:
"Bunte Bilderbücher gibt es genug."
Lächelnde Staatschefs sind keine Nachricht (die lächeln doch sowieso immer):
"Das Bild an so prominenter Stelle bringt nichts neues und die Aussagekraft von Photos von lächelnden Staatschefs sind inhaltsleer."
Die Bildverwendung beleidigt möglicherweise Profi-Fotografen:
"Flächendeckend durchziehen die Zeitung Farbfotos, die keinen eigenen Nachrichtenwert haben, sondern wohl eher selbst als "leads" darum flehen, die Artikel dennoch zu lesen und die Zeitung nicht angewidert vor soviel intellektueller Unterforderung gleich in den Papierkorb zu werfen. Sich in diesem Zusammenhang auf Barbara Klemm zu beziehen, ist eine Beleidigung ihres künstlerischen Niveaus und ihrer intimen Bildersprache!"
Diese Bilder kennt man doch schon aus dem Fernsehen:
"Wer braucht zum Beispiel ein Foto auf der Titelseite? Wegen der emotionalen Qualität der Bilder? Die Bilder haben wir doch alle schon am Abend in den Nachrichten gesehen. Wir lesen die FAZ nicht wegen der Bilder, sondern wegen der fundierten Analyse."
Bilder = Gefühl = keine Information:
"Bilder auf der Titelseite verringern die Informationsdichte. Es wird nur noch ein Gefühl transportiert. Das nächste ist dann Werbung statt Kommentar."
Es ist so schlimm wie bei der Tagesschau:
"Das Ganze erinnert etwas an die überflüssige Einblendung von zufälligen Bildern bei der Tagesschau."
In der Zukunft gibt es nur zwei Alternativen - Bilderlosigkeit oder Barbarei:
"Die Barbarei eines Bildes auf der Titelseite (man wird sich künftig schämen, mit einer solchen Zeitung in der Öffentlichkeit gesehen zu werden) ist zwar höchst bedauerlich, aber nach dem Schock der Übernahme der Reformschreibung kann den leidgestählten Leser auch das nicht mehr erschüttern."
Mit diesen Bildern will man nicht in der Öffentlichkeit gesehen werden:
"Vielleicht kann man ja das Bild wenigstens im unteren Bereich der Zeitungsseite unterbringen, dann kann es der Leser (wenigstens dann, wenn er die Zeitung unter dem Arm trägt) dezent nach innen falten."
Bitte keine Bilder von lustigen VW-Bussen:
"Negativbeispiel der neuen Inhalte ist der Artikel in "Deutschland und die Welt": eine Reihe VW-Busse und darunter ganze zwei(!) kurze Spalten mit nichtssagendem Text. Inhalt: Surfer fahren gerne VW-Bus. Nein, FAZ wird nicht BILD, FAZ ist BILD. Zumindestens in diesem Beitrag."
Your FAZ is a Bildzeitung now, baby, and the world is going crazy:
"Heute schon die zweite Bildzeitung im Briefkasten. Machen Sie bitte Schluß mit diesem Wahnsinn."
Der Markenkern wird gefährdet:
"Das Foto auf der Titelseite widerspricht dem Markenkern und sollte auch weiterhin eine Ausnahme bleiben. Der Vorrang des geschriebenen Wortes und damit die inhaltliche Qualität der FAZ waren bisher auf Anhieb sichtbar. Leider wird das Wort auch im Innenteil durch zu viele Bilder verdrängt."
Endlich einmal wieder Lob (ist langsam auch bitter nötig) - Mut (die braucht die Herausgeberschaft nun wirklich):
"Es wäre selbstredend auch ohne Bilder und mit Trennlinien und mit wuchtiger Frakturschrift weitergegangen. Aber diese Veränderungen zeigen doch letztlich nur einmal mehr den Mut dieser Zeitung, sich zu wandeln."
Derzeit auf dem Titel nur ein prominent platzierter Klecks:
"Enttäuschend - nach zwei Ausgaben - ist für mich das Bild auf der Titelseite. Natürlich gibt es eine ganz eigene Bildsprache, die zum Ausdruck bringt was Texte nur umständlich oder gar nicht sagen können. Doch dafür bedarf es starker Fotos und Fotografen mit einer außergewöhnlichen Perspektive - der Londoner INDEPENDENT hatte diesbezüglich Ende der 80er noch eine vorbildliche Tradition, bevor er den Boulevard runterging (fragen Sie mal Ihre Korrespondenten); absolut entbehrlich sind blasse Ablichtungen. Entweder muss die Bildredaktion also noch üben und hier Stil entwickeln, oder man zeigt Größe und verzichtet bald wieder auf diesen so prominent plazierten Klecks."
Jedenfalls die derzeitigen Bilder dienen nicht der Information:
"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte ?? Aber nur wenn es ergänzende "Information" enthält. Leider ist das bei der heutigen Bildauswahl wohl zu kurz gekommen."
Weintrinkende "Asiaten" (hier waren es wohl die Staatschefs von beiden Teilen von Korea nebst dem Staatschef von Weintrinkien, Mr. Som Me Lier) drücken doch etwas aus, wissen die jüngeren Leser:
"Ich gehöre der "jungen Generation" von Lesern an, ein Bild auf der Titelseite fände ich nicht zwingend notwendig, es drückt aber auch etwas aus (und wer sich über weintrinkende Asiaten beschwert, der gehört nicht zu den oh, so "klugen Köpfen", das heutige Bild hat durchaus sehr symbolischen Charakter) und wirkt als kleine Oase in der Bleiwüste."
Gleich noch mal etwas Positives - Bilder genießen Aufmerksamkeit:
"Analysen bei Nachrichtenportalen und Online-Zeitungsangeboten zeigen, dass bebilderter Text bis zu viermal häufiger aufgerufen wird als unbebilderter Text. Und das gilt auch für Qualitätsangebote mit "Qualitätslesern". Das ist exakt messbar und ein Faktum. Wer meint, dass Bilder ein Zeichen von Qualitätsverlust sind, sollte mal sein eigenes Surfverhalten beobachten - und wird staunen."
Für visuelle Reize kauft man sich die BILD-Zeitung (naja):
"Bunte, ausdruckslose Bilder und weniger Text. Leider muss ich Ihnen widersprechen Hr. D´Inka, die Unverwechselbarkeit und Qualität der FAZ gehen verloren, denn mehr Bilder bedeutet weniger Text und damit weniger Inhalt. Benötige ich visuelle Reize in der Zeitung kaufe ich mir die „Bild”, möchte ich lesen, kaufe ich meine geliebte Zeitung."
Bitte Bilder nur bei besonderen Anlässen:
"Eine Veränderung gefällt mir aber nicht : jeden Tag ein Bild auf der Vorderseite. Das muss nicht sein ! Und sollte nur anläßlich besonderer Ereignisse geschehen, wie es bisher - selten - gehandhabt wurde. Es gibt nicht jeden Tag ein Bild, das m.E. so besonders ist, das es verdient, auf Seite 1 veröffentlicht zu werden. Bilder hat die FAZ schon genug, es müssen nicht mehr werden, und sicherlich nicht auf Seite 1."
Mach es Dir selbst mit der FAZ:
"Als Optimist wird nur zu hoffen bleiben, daß man eines Tages online die Zeitung nach eigenem Geschmack und Bedarf abrufen kann: ohne Bilder, schwarz/weiß auf elektronischem Papier mit den Rubriken nach Wahl."
Wie ein Daimler ohne Benz (wäre nicht besser zu sagen: wie ein Daimler mit Chrysler?):
"FAZ mit Bild ist wie Daimler ohne Benz...Die Fraktur war ein unverwechselbares Kennzeichen der FAZ, ebenso wie die ganze Bild-lose erste Seite. Das ist nicht Outfit, das ist Markenkern."
Wir dürsten nach der Bleiwüste:
"Jetzt sieht die FAZ aus wie alle anderen. Die alte "Bleiwüste" hatte ihren eigenen Charme und war unverwechselbar."
Bilder machen Unseriosität:
"Wirklich gestört haben mich die vielen bunten Bilder. Dadurch wirkt die Zeitung einfach sehr unruhig, auch geht dabei der Eindruck der Seriosität flöten."
Das erste Titelfoto kam sicherlich von den "Leserreportern" Greser & Lenz, vermutet ein Leser:
"Auch ich finde das Bild auf der Titelseite überflüssig. Ich kann nur wiederholen, was einige andere hier auch schon gemeint haben: Die Unverwechselbarkeit geht verloren! Trotzdem fand ich das Bild von heute schon recht witzig. Gucken Sie sich bitte einmal die beiden Herren aus Süd- und Nordkorea an! Nach wie vielen Flaschen Wein muss dieses Bild entstanden sein? Gibt es nicht neuerdings die Rubrik FAZ-Leserreporter von Greser und Lenz? Hierher hätte dieses Bild ganz sicher gepasst!"
Die Bilder kennt man doch schon alle aus Fernsehen und Internet:
"So verdrängt das Bild auf S. 1 einen Artikel. Ist das Bild wirklich notwendig? Bilder werden von Medien wie Fernsehen oder Internet ohnehin besser transportiert. Und die meisten FAZ-Leser werden diese Medien parallel nutzen. Warum also ist der verstärkte Einsatz von Bildern notwendig?"
Fotos fressen FAZ-Seele auf:
"Mit dem neuen Layout haben Sie ab heute einen Kunden weniger. Ich schicke meine Zeitung zurück an Sie. Die FAZ hat ihre Identität verloren - ist austauschbar geworden. Da kann ich als Münchner mir besser die SZ bestellt. Die FAZ war vorher einmalig. Ich brauche vorne nicht jeden Tag ein Foto."
Weintrinkende Staatschefs samt Sommelier sind nicht einmal zum Lachen:
"Wenn es nichts sinnvoll bildhaft Darzustellendes gibt, dann bringt ein Foto keinerlei Erkenntnisgewinn, nicht einmal einen Unterhaltungsgewinn. Was sagt mir dieses Foto asiatischer Politiker, die Weinflaschen begutachten? Auf dem hier verwendeten Platz hätte ein Text garantiert mehr Information und mehr Erkenntnis gebracht. Fotos gerne - auch auf der Titelseite -, aber nur, wenn es auch etwas zu zeigen gibt!"
Und zum Schluss wieder positiv (Grundregel Nr.2 des Journalismus: Alles positiv sehen) mit einem originellen Vorschlag für die nächste Blattreform:
"Meinetwegen könnte die FAZ auch auf Toilettenpapier gedruckt werden. Wichtig ist doch alleine der Inhalt. Und da ändert sich durch eine Layoutanpassung nichts.
Weiter so, FAZ."